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Evakuierungsübung

Große Evakuierungsübung in Hattenhofen

Die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr, des Malteser Hilfsdienstes und des Deutschen Roten Kreuzes haben bei einer gemeinsamen Übung am DRK-Seniorenzentrum Hattenhofen Umsicht und gute Zusammenarbeit bewiesen.

Hattenhofen
- Kurz nach 20 Uhr löst Heimleiterin Rada Strika Feueralarm aus. In der Großküche des erst im vergangenen Herbst eröffneten Seniorenzentrums ist ein Schwelbrand ausgebrochen – starke Rauchentwicklung, Stromausfall.

Das Rote Kreuz arbeitete mit der Feuerwehr Hand in Hand
Das Rote Kreuz arbeitete mit der Feuerwehr Hand in Hand

Giftiger Qualm kriecht durch das Gebäude, in dem derzeit 33 Senioren leben. In den angeschlossenen betreuten Seniorenwohnungen bereiten sich weitere sieben ältere Menschen auf die Nacht vor. Möglicherweise sind 51 Bewohner im Gebäude.

Parallel zur Brandmeldeanlage alarmiert die diensthabende Nachtschwester, in diesem Fall die Heimleiterin selbst, die Integrierte Leitstelle. Von dort werden die Freiwillige Feuerwehr Hattenhofen, NEF, RTW und die SEG Hattenhofen alarmiert, im Folgenden werden weitere Einheiten benachrichtigt.

Soweit die angenommene Gegebenheiten für die gemeinsame Evakuierungs-Übung in Hattenhofen.

Wenige Minuten nach dem Alarm steht bereits das erste Fahrzeug der benachbarten Feuerwehr am Ort des Geschehens. Zwei Männer gehen in das Gebäude, informieren sich und sogleich ihre Kollegen, die im Laufschritt Wasserverbindungen aufbauen. Erste Martinshörner sind zu hören, Schaulustige strömen und blockieren Treppen und Wege zum Haus. Weitere Feuerwehrleute stehen in Atemschutzgerät bereit, Einsatzkräfte des Roten Kreuz und des Malteser Hilfsdienstes springen mit tragbaren Liegen und Notfallrucksäcken aus den Fahrzeugen, organisieren sich freie Wege und werden augenblicklich vom Einsatzleiter der Feuerwehr in Kenntnis gesetzt. Ein erster Sammelplatz für die evakuierten Bewohner entsteht vor dem Eingang, auch am gut hundert Meter entfernten Parkplatz ist in Windeseile ein Personensammelplatz vorbereitet.

Die ersten Senioren werden aus dem Gebäude getragen, viele husten, bluten, stehen unter Schock, die meisten können nicht gehen. 34 Kinder und Jugendliche der Jugendrkreuz-Gruppen Hattenhofen und Heiningen mimen die gefährdeten Personen und manche husten so echt, dass einem Angst und Bange werden kann.

Die Männer mit den gut 20 Kilo schweren Atemschutzgeräte tragen die Personen aus der Gefahrenzone, die Rotkreuz-Kräfte übernehmen, versorgen und beruhigen sie.

Die medizinische Versorgung lief ohne Probleme
Die medizinische Versorgung lief ohne Probleme

Abschnittsleiter Peter Schätz verbessert hier und da Kleinigkeiten, macht auf dies und jenes aufmerksam.

In der benachbarten Sillerhalle werden unter Aufsicht von Raimund Matosic die Verletzten in verschiedene Gruppen eingeteilt. Wer wird mit welchem Fahrzeug wohin gebracht? Das planen und organisieren Rettungskräfte unter der Leitung von Stefan Rieker. Der Fuhrpark von 19 Einsatzfahrzeugen, inklusive Rüstwagen steht vom eigenen Stromgenerator hell erleuchteten Platz vor der Halle – der Abtransport läuft.

Während der medizinischen Versorgung arbeitet still im Hintergrund die Mitarbeitenden des Kreisauskunftsbüros. Verletzte und sämtliche Helfer werden fachkundig registriert, jeder Zugang und jeder Abtransport sorgfältig dokumentiert.

Gut zwei Stunden nach dem Alarm ist die Übung beendet. Die Verantwortlichen zeigten sich höchst zufrieden.

Im Ernstfall gebe es zwar meist mehr Verzögerungen und die Einsatzgruppen von entfernten Gemeinden seien nicht ganz so schnell vor Ort, erläutert DRK-Gesamteinsatzleiter Andrea Pfeiffer. Davon abgesehen lief die Übung „sehr gut.“ Auch Steffen Berroth, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Hattenhofen, lobt den Einsatz aller Beteiligten. Besonders wertvoll scheint ihm das Hand-in-Hand der verschiedenen Gruppen und das hat bis auf die fehlende gemeinsame Funkverbindung „prima geklappt“.

Bei einem gemeinsamen Vesper im Seniorenzentrum wurde beschlossen, sich nach einer Woche zur konstruktiven Nachbesprechung zu treffen um an weiteren Verbesserungen zu arbeiten.

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